Thursday May 28th, 2026

Rudolf Klasen : Tod eines der Väter von (Mo)SarLorLux

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Ehre wem Ehre gebührt. Die Idee für eine Gemeinschaft Saar-Lor-Lux kam aus dem Saarland. Von Rudolf Klasen.

Mit tiefem Bedauern nehmen wir Abschied von Dipl.-Ing. Rudolf A. Klasen, der über viele Jahrzehnte hinweg das Wirken des Vereins Deutscher Ingenieure im Saarland geprägt hat. Sein unermüdliches Engagement, seine Gestaltungsfreude und sein außerordentliches persönliches Wirken haben den VDI weit über die Landesgrenzen hinaus bereichert.

Rudolf Klasen trat 1961 in den VDI ein und übernahm bereits früh Verantwortung: Von 1977 bis 1981 war er Obmann der Bezirksgruppe Merzig des VDI Saar e.V., bevor er 1979 bis 1990 das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Bezirksvereins Saar ausübte.

Sein Wirken war stets von einem europäischen Gedanken geprägt. 1980 knüpfte er die ersten engen Kontakte zu Ingenieurkollegen in Luxemburg. Daraus erwuchs eine außergewöhnliche, von ihm maßgeblich gestaltete grenzüberschreitende Zusammenarbeit:

1982 erstes Treffen der Ingenieurverbände VDI–ALI–URIS in Metz,

1983 Beschluss zur Kooperation Saar–Lor–Lux,

1984 erster gemeinsamer Ingenieurtag in Luxemburg, begründet als jährliche, bis heute fortgeführte Tradition.

Auch innerhalb des VDI setzte Klasen bleibende Zeichen. 1981 unterstützte er mitentscheidend die Überführung des VDI-Denkmals vom Gründungsort Alexisbad nach Düsseldorf.

1994 initiierte er einen Besuch des BV Saar in Alexisbad, bei dem eine Gedenktafel zur Erinnerung an die VDI-Gründung errichtet wurde.

Im Jahr 1991 wurde Rudolf Klasen zum Vorsitzenden des VDI BV Saar e.V. gewählt und leitete den Verein bis 1996. Unter seiner Führung fand 1995 der Deutsche Ingenieurtag in Saarbrücken statt – ein Ereignis, das auf seine Initiative hin unter dem Leitmotiv „Ingenieure für die Zukunft“ stand.

Alma und Rudolf Klasen im Gespräch mit Erbgrossherzog Henri.

Ein weiterer Meilenstein war die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags der Föderation der Ingenieurverbände Saar-Lor-Lux (FDI) am 2. Dezember 1996, deren erster Präsident Rudolf Klasen wurde. Für seinen herausragenden Beitrag zur europäischen Ingenieurzusammenarbeit erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, verliehen durch Minister Willi Leonhard.

1997 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des VDI BV Saar e.V. ernannt.

Auch danach blieb er engagiert: ab 2006 wirkte er als Vertrauensmann der VDI-Ingenieurhilfe e.V. im Saarland.

Wir verlieren mit Rudolf Klasen eine Persönlichkeit, die mit Weitblick, Beharrlichkeit und Herz das Ingenieurwesen im Saarland und darüber hinaus geprägt hat. Sein Name bleibt untrennbar verbunden mit der Idee der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region Saar-Lor-Lux.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.

Der Vorstand des VDI Bezirksvereins Saar e.V.

François Jaeger erinnert sich

François Jaeger, ehemaliger Präsident unseres Verbands, kannte Rudy Klasen sehr gut. Mit großer Trauer hat er von dessen Tod erfahren.

„Rudy war ein Mensch, der die Begegnung mit anderen liebte – und insbesondere die Welt des Vereinswesens.
So begann alles mit einem einfachen Telefonanruf. Eines Tages kontaktierte er uns mit dem Vorschlag, im Raum SAR-LOR-LUX gemeinsam mit den Nachbarländern enger zusammenzuarbeiten. Schnell fanden wir eine gemeinsame Basis: eine enge Kooperation zwischen luxemburgischen, französischen und deutschen Ingenieuren. Besiegelt wurde diese Zusammenarbeit durch die Unterzeichnung einer Charta in Schengen – einem hochsymbolischen Ort der europäischen Einigung.“

„Auch unsere Nachfolger haben diese Idee maßgeblich weiterentwickelt: Sie erweiterten den grenzüberschreitenden Rahmen und erarbeiteten die Satzung dieser Föderation, die damit auch rechtlich auf eine solide Grundlage gestellt wurde.“